Fragen Sie sich, wann der beste Zeitpunkt zum Laufen ist? Werfen Sie einen Blick in unseren Leitfaden, um herauszufinden, zu welcher Tageszeit Sie am besten laufen sollten – je nach Ihren Zielen
- Laufen am Morgen, perfekt für einen guten Start in den Tag?
- Laufen am Nachmittag, die ideale Zeit für dein Lauftraining?
- Laufen am Abend, gute oder schlechte Idee?
Laufen am Morgen – Perfekt für einen guten Start in den Tag?
Einige Läuferinnen und Läufer schätzen es, nüchtern zu laufen. Dabei startet man die Laufrunde mit leerem Magen, da die letzte Mahlzeit meist schon rund zehn Stunden zurückliegt. Die Glykogenspeicher – also die in unseren Muskeln gespeicherte Form von Zucker – sind relativ leer. Ein niedriger Blutzuckerspiegel könnte zunächst dagegen sprechen, eine Laufsession zu beginnen, denn Zucker liefert Energie, ein wesentlicher Faktor für sportliche Aktivitäten. Doch ein niedriger Glykogenspiegel ist kein grundlegendes Problem, da der Körper dann auf seine Reserven zurückgreift. Zudem werden beim Laufen auch die Fettdepots angegriffen.
Nüchtern zu laufen wird oft langfristig im Rahmen einer Diät empfohlen. Da unsere Zuckerspeicher im Körper jedoch meist recht groß sind, hat das gelegentliche Laufen ohne Frühstück keinen allzu großen Einfluss auf den Stoffwechsel.
Morgens zu laufen ist für viele Menschen attraktiv, die tagsüber einen vollen Arbeitsrhythmus haben. Nach einem stressigen Tag ist es häufig schwer, sich abends noch zu motivieren. Allerdings erfordert das morgendliche Laufen Disziplin, da man früh aufstehen muss. Ein lockerer Regenerationslauf kann jedoch einen großartigen Start in den Tag bedeuten. Das Stresslevel ist niedrig und die Intensität moderat – perfekt, um sich über den Tag verteilt langsam vom Lauf zu erholen.
Bevor Sie sich morgens auf den Weg machen, sollten Sie ein paar wesentliche Punkte beachten:
- Ausreichend trinken, um Verletzungen (z. B. Krämpfe, Verstauchungen) zu vermeiden
- Aufwärmen durch leichte Dehnübungen und entspanntes Gehen
- Etwas Zucker griffbereit haben, um bei drohendem Unterzucker (z. B. Hypoglykämie) schnell reagieren zu können
Frühmorgens und nüchtern ist es ratsam, in einem moderaten oder sogar niedrigen Tempo zu laufen. Eine Einheit von kurzer Dauer – etwa 30 bis 50 Minuten – fördert die Grundausdauer und setzt einen positiven Impuls für den Tag, ohne Höchstleistungen zu erzwingen. Im Sommer ist die beste Zeit zum Laufen oft kurz nach Sonnenaufgang. Dann profitieren Sie von den kühleren Temperaturen und genießen die Natur, wenn alles gerade erwacht und vom ersten Sonnenlicht beleuchtet wird. Denken Sie daran, dass die Umgebung einen wichtigen Einfluss auf die Psyche nimmt.
Nach dem morgendlichen Lauf ist es wichtig, ausreichend zu trinken und zu essen, um den Körper wieder mit Energie zu versorgen. Ein paar Dehnübungen direkt nach der Dusche und ein paar Minuten Entspannung vor der Arbeit bilden die perfekte Überleitung in den Tag.
Laufen am Nachmittag – Die ideale Zeit für dein Lauftraining?
Zwischen 16 und 18 Uhr befindet sich der Körper in Hochform.
Nachmittags zu laufen bringt einige Vorteile mit sich:
- Stabile Körpertemperatur
- Erholte Muskelkraft
- Optimale Herz- und Lungenfunktion
- Keine schlafregulierenden Hormone aktiv
Allerdings sollten Sie vor einem Lauf am Nachmittag auf die richtige Ernährung achten. Ein ausgewogenes Mittagessen sorgt dafür, dass Ihnen ausreichend Energie zur Verfügung steht, um die Trainingseinheit optimal zu absolvieren. Ist die Einheit besonders intensiv, kann eine kleine Zwischenmahlzeit vor dem Start hilfreich sein. Nach dem Lauf lohnt es sich, das sogenannte metabolische Fenster von bis zu 30 Minuten zu nutzen, in dem der Körper besonders aufnahmebereit für Wasser, Mineralstoffe und Glukose ist. Eine leichte und ausgewogene Mahlzeit sowie eine gute Hydration eignen sich perfekt zur Regeneration.
Wenn Ihr Tag bereits sehr anstrengend war, ist das Laufen am Nachmittag eventuell nicht die beste Option. Bei starker Müdigkeit steigt das Verletzungsrisiko. Achten Sie daher unbedingt auf Warnsignale Ihres Körpers. Andererseits empfinden manche Menschen das Laufen am Nachmittag auch als belebenden Abschluss des Tages. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, greifen Sie die Gelegenheit beim Schopf.
Laufen am Abend – Gute oder schlechte Idee?
Das späte Training hängt oft von der Jahreszeit ab. Insbesondere das Tageslicht spielt eine Rolle, da es die Produktion von Melatonin (dem „Schlafhormon“) hemmt. Im Sommer kann der beste Zeitpunkt zum Laufen durchaus abends liegen, vor allem in den südlichen Regionen Deutschlands, wo die Temperaturen tagsüber oft sehr hoch sind und körperliche Anstrengungen belastend für den Organismus sein können.
Am Abend zu laufen, wenn es kühler ist, kann im Sommer eine gute Lösung sein, vorausgesetzt, diese Gewohnheit führt nicht zu übermäßiger Erschöpfung oder Einschlafproblemen. Falls Sie abends laufen, sollten Sie Intervallläufe oder Tempoeinheiten vermeiden, da sie den Kreislauf zu sehr anregen und die Körpertemperatur länger hochhalten. Beides kann das Einschlafen erschweren.
Ob Abendläufe Sinn machen, hängt davon ab, wie Ihr Körper darauf reagiert. Wenn Sie später nur schwer zur Ruhe kommen oder morgens kaum aus dem Bett kommen, ist dies ein Zeichen dafür, dass Abendläufe für Sie nicht ideal sind. Hören Sie immer auf Ihren Körper, um Ihr Lauftraining optimal in Ihren Alltag einzubinden.